331 Einsätze - Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahr!

JHV20


Bei der Jahreshauptversammlung am 17. Januar blickte die Freiwillige Feuerwehr Pullach auf ein arbeitsreiches Jahr 2019 zurück.


Kommandant Harald Stoiber konnte dabei beeindruckende Zahlen präsentieren. Bei insgesamt 101 Ausbildungsveranstaltungen mit einem Gesamtaufwand von 4748 Stunden bereiteten sich die Feuerwehrleute auf die Herausforderungen vor, die ihre Tätigkeit mit sich bringt. Herausforderungen hielt nämlich das vergangene Jahr in großer Zahl bereit: 331 Einsätze waren abzuarbeiten. Hervorzuheben sind dabei die umfangreichen Tätigkeiten aufgrund der starken Schneefälle gleich zu Jahresbeginn. Hierbei mussten nicht nur im Gemeindegebiet Dächer freigeräumt werden, sondern auch „überörtliche Hilfe“ geleistet werden innerhalb des Landkreises München sowie im benachbarten Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen.


Der überwiegende Anteil des Einsatzgeschehens entfiel auf „technische Hilfeleistung“ mit 154 Einsätzen, Brände und Rettungsdiensteinsätze waren gleichermaßen mit jeweils 31 Einsätzen zu bewältigen. Die häufige Alarmierung zu medizinischen Erstversorgungen liegt ursächlich in der dauerhaften Überlastung des Rettungsdienstes. Hier überbrücken besonders qualifizierte Feuerwehrleute die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit erweiterten Erste Hilfe- Maßnahmen. Das „Tagesgeschäft“ einer Feuerwehr wird weiterhin geprägt durch Verkehrsunfälle, Wohnungsöffnungen, Unwetter, Tierrettungen und Vieles mehr. Besonders hervorzuheben ist hierbei die sehr hohe psychische Belastung für Einsatzkräfte im Falle von Leichenbergungen oder tödlich verunglückten Personen bei z.B. schweren Verkehrsunfällen.


Sehr erfreulich war die Indienststellung des neuen HLF 20 (Hilfeleistungslöschfahrzeug, Pumpenleistung mind. 2.000l/Minute) im Oktober 2019. Es verfügt über einen Wassertank mit 1.600 Litern sowie 120 Liter „Class A-Schaummittel“. Neben hydraulischen und pneumatischen Rettungsgeräten steht auch eine Seilwinde mit 5 to Zugkraft zur Verfügung. Die umfangreiche technische Ausstattung erforderte intensive Übungseinheiten für Maschinisten und Mannschaft vor der Indienststellung.


Ein wichtiges Standbein der Feuerwehr stellt die Jugendgruppe unter Leitung von Jugendwartin Veronika Gundermann und deren Unterstützer. Neben der reinen Ausbildungszeit mit mindestens zwei gesonderten Jugendübungen pro Monat, Jugendwettkampf, Leistungsabzeichen und weiteren Aktivitäten konnte die Jugendgruppe im Juni die „Leistungsspange der deutschen Jugendfeuerwehr“ erringen, die die höchste mögliche Auszeichnung für Jugendfeuerwehrleute darstellt. Zuletzt wurde diese Prüfung innerhalb des Landkreises München vor 10 Jahren abgelegt!


Doch auch Sorgen über die zukünftige Entwicklung der Mannschaftsstärke musste Kommandant Stoiber aufnehmen. Aufgrund des Wegzugs engagierter Mitglieder, der in erster Linie dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Pullach geschuldet ist, sieht er mittelfristig – bei mindestens gleichbleibenden, vermutlich eher zunehmenden Einsatzzahlen – erhebliche Schwierigkeiten, zu jeder Zeit genügend Einsatzkräfte zur Verfügung zu haben. Er appellierte daher an die anwesende Bürgermeisterin und die Vertreter des Gemeinderats, die Bedürfnisse der Feuerwehr bei der Schaffung und Vergabe von kommunal geförderten Wohnungen zu berücksichtigen. Die Einsatzbereitschaft kann nur erhalten werden, wenn die hervorragende Jugendarbeit fortgeführt wird, sich wie im vergangenen Jahr Quereinsteiger finden, die die aktive Mannschaft unterstützen und durch die bevorzugte Vergabe entsprechender Wohnungen bereits fertig ausgebildete Feuerwehrleute aus anderen Gemeinden zuziehen können.
Vorstand Peter Wolff berichtete über die vielfältigen Aktivitäten des Feuerwehrvereins und den Mitgliederstand. Besonders erfreulich ist dabei, dass die Jugendfeuerwehr weiterhin Zulauf erfährt und derzeit über 14 Mitglieder verfügt – angesichts der Gesamtzahl bei Zu- und Abgängen von 72 aktiven Mitgliedern ein stolzer Wert.


Schließlich nahmen Kommandant Stoiber und Vorstand Wolff noch Beförderungen und Ehrungen vor. Vom Feuerwehr-Anwärter zu Feuerwehrfrau/-mann wurden ernannt: Annabelle und Michael Kerschreiter, Stefanie Tausch, Johannes Lachner, Ralf Leppin, Moritz Mandl und Thomas Turi.

Zu Oberfeuerwehrfrau/-mann wurden ernannt: Laura Gumz, Liam Klages, Michael Rothammer und Felix Popp, zum Hauptfeuerwehrmann, dem höchsten Mannschaftsdienstgrad: Constantin Jürgens, Max Hünnerkopf und Thomas Klier.


Tobias Ertlmaier wurde zum Löschmeister ernannt und ist damit nun Mitglied der Führungsriege. Stefan Miller wurde zum Oberlöschmeister befördert, Hanno Beckmann, Justus Würthner und Michael Zech erhielten die Beförderung zum Hauptlöschmeister. Nach erfolgreicher Absolvierung des zeitintensiven Lehrgangs „Verbandsführer“ wurde der zweite Kommandant Thomas Maranelli von Kommandat Harald Stoiber zum Oberbrandmeister ernannt und im Gegenzug erhielt Kommandant Stoiber die Beförderung zum Hauptbrandmeister von Stellvertreter Maranelli und Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund.


Für zehn Jahre aktive Mitgliedschaft ehrten Kommandant und Vorstand die Mitglieder Jakob Kaffl, Martin Kastner, Maximilian Katte, Samantha Klier, Fabian Kranich und Benno Schroeder. Die Ehrung für 20-jährige aktive Mitgliedschaft erhielten Hanno Beckmann und Thomas Klier. Für 40 Jahre aktiven Dienst wurden Peter Wolff und Kurt Zechmeister ausgezeichnet. Von Bürgermeisterin Tausendfreund wurde seitens der Gemeinde noch nachträglich Gunter Popp für seine 40-jährige aktive Tätigkeit geehrt, weil dieser zur entsprechenden Ehrung am vorangegangenen Neujahrsempfang nicht anwesend sein konnte.


20 Jahre Mitglied im Feuerwehrverein sind Urs Golle, 40 Jahre Eric Verstaen, 50 Jahre Günther Palik, sowie 60 Jahre Adolf Gleixner und Josef Hoheneder.


Kreisbrandinspektor Erwin Ettl bedankte sich im Namen der Kreisbrandinspektion für die Einsatzbereitschaft der Pullacher Feuerwehrleute und hob die große Schlagkraft der Wehr hervor. Bei dieser Gelegenheit hob Ettl die besonderen Verdienste von Stephanie Kastner für ihre Engagement im Rahmen der Kreisausbildung hervor und konnte sie mit dem „Ehrenzeichen in Bronze“ für 10 Jahre Tätigkeit auszeichnen.


Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund dankte in ihrem Schlusswort den Feuerwehrleuten auch im Namen des Gemeinderats für den im Jahr 2019 geleisteten Dienst und sicherte der Feuerwehr die volle Unterstützung der Gemeinde in allen Belangen, insbesondere bei der schon angesprochenen „Wohnungsproblematik“ zu.

Florian Oesterreicher