321 Einsätze: Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahr

Bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag blicke die Freiwillige Feuerwehr Pullach auf ein arbeitsreiches Jahr 2018 zurück.
Kommandant Harald Stoiber konnte dabei beeindruckende Zahlen präsentieren. Bei insgesamt 106 Ausbildungsveranstaltungen mit einem Gesamtaufwand von über 4700 Stunden bereiteten sich die Feuerwehrleute auf die Herausforderungen vor, die ihre Tätigkeit mit sich bringt – unter anderem erstmals bei einem Drehleitermaschinistenlehrgang im eigenen Haus. Herausforderungen hielt das vergangene Jahr in großer Zahl bereit: 321 Einsätze waren abzuarbeiten, und das obwohl flächendeckende Unwetterereignisse ebenso wie Einsätze zur Wasserrettung an der Isar ausblieben. Hervorzuheben sind dabei die umfangreichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Fund einer explosiven Substanz in einer Pullacher Schule, mehrere Zimmerbrände, ein Chlorgasaustritt und spektakuläre Tierrettungseinsätze. Hinzu kommt das „Tagesgeschäft“ einer Feuerwehr in Großstadtrandlage, das unter anderem von Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen und zahlreichen Anforderungen zur Wohnungsöffnung geprägt ist. Nicht mehr wegzudenken ist auch die häufige Alarmierung zu medizinischen Erstversorgungen, deren Ursache die dauerhafte Überlastung des Rettungsdienstes ist. Hier überbrücken besonders qualifizierte Feuerwehrleute die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit erweiterten Erste Hilfe-Maßnahmen.
Sehr erfreulich war die Indienststellung des neuen Kommandowagens im vergangenen Jahr. Außerdem konnten zwei erhebliche Verbesserungen hinsichtlich der Einhaltung der gesetzlichen Hilfsfrist erreicht werden: Die Werkfeuerwehr der Firma Linde unterstützt die Feuerwehr Pullach nun von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 17 Uhr bei zeitkritischen Einsätzen im Nahbereich des Werks. Außerdem bleibt bei solchen Einsätzen nach zahlreichen konstruktiven Gesprächen mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn in Zukunft der Bahnübergang an der Jaiserstraße für sieben Minuten nach Eingang des Alarms offen, um die Anfahrt zum Feuerwehrhaus und das Ausrücken zu erleichtern.
Doch auch Sorgen über die zukünftige Entwicklung der Mannschaftsstärke musste Kommandant Stoiber in seinen Ausblick auf das Jahr 2019 aufnehmen. Aufgrund des Wegzugs engagierter Mitglieder, der in erster Linie dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Pullach geschuldet ist, sieht er mittelfristig – bei mindestens gleichbleibenden, vermutlich eher zunehmenden Einsatzzahlen – erhebliche Schwierigkeiten, zu jeder Zeit genügend Einsatzkräfte zur Verfügung zu haben. Er appellierte daher an die anwesenden Vertreter des Gemeinderats, die Bedürfnisse der Feuerwehr bei der Schaffung und Vergabe von kommunal geförderten Wohnungen zu berücksichtigen. Die Einsatzbereitschaft kann nur erhalten werden, wenn die hervorragende Jugendarbeit fortgeführt wird, sich wie im vergangenen Jahr Quereinsteiger finden, die die aktive Mannschaft unterstützen, und durch die bevorzugte Vergabe entsprechender Wohnungen bereits fertig ausgebildete Feuerwehrleute aus anderen Gemeinden zuziehen können.

Weil Veronika Gundermann, die im Verein Schriftführerin war, sich in Zukunft ganz der Jugendarbeit widmen möchte, stellte sie ihr Amt zur Verfügung. Die anwesenden Vereinsmitglieder wählten Florian Oesterreicher, der in dieser Funktion schon in den 80er- und 90er-Jahren Mitglied des Vorstands war, einstimmig zu ihrem Nachfolger.
Vorstand Peter Wolff berichtete über die vielfältigen Aktivitäten des Feuerwehrvereins und den Mitgliederstand. Besonders erfreulich ist dabei, dass die Jugendfeuerwehr weiterhin einen regen Zulauf erfährt und derzeit über 14 Mitglieder verfügt – angesichts der Gesamtzahl von 74 aktiven Mitgliedern ein stolzer Wert.

Schließlich nahmen Kommandant Stoiber und Vorstand Wolff noch diverse Beförderungen und Ehrungen vor. Zum Oberfeuerwehrmann wurde Samuel Strack ernannt, zu Hauptfeuerwehrmännern – dem höchsten Mannschaftsdienstgrad – beförderte der Kommandant Tobias Ertlmaier und Pawel Piotrowski. Fabian Kranich wurde zum Löschmeister ernannt und ist damit nun Mitglied der Führungsriege. Markus Gundermann erhielt die Beförderung zum Hauptlöschmeister. Für zehn Jahre aktive Mitgliedschaft ehrten Kommandant und Vorstand Simon Kranich, Oliver Maranelli, Tobias Popp, Alexander Rauscher und Bernhard Wittstadt und für 40 Jahre Gunter und Hermann Popp. 20 Jahre Mitglied im Feuerwehrverein ist Altbürgermeisterin Sabine Würthner und 50 Jahre Michael Müller.

Kreisbrandmeister Reinhard Löhr bedankte sich im Namen der Kreisbrandinspektion für die Einsatzbereitschaft der Pullacher Feuerwehrleute und hob die große Schlagkraft der Wehr hervor, die sich ihm zufolge ganz besonders bei dem Gefahrstofffund in der Pullacher Schule im Oktober vergangenen Jahres gezeigt hatte.
Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund sprach das Schlusswort. Sie dankte den Feuerwehrleuten auch im Namen des Gemeinderats für den im Jahr 2018 geleisteten Dienst und sicherte die volle Unterstützung der Gemeinde in allen Belangen der Feuerwehr zu.

Moritz Lochmann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit